Brot für´s Leben
Lesachtaler Brotherstellung
Lesachtaler Brot in Tokio
Brot „Teil des Lebens“
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Überlebenspatenschaft Brot ist für uns alle ein sehr wichtiges Lebensmittel und bei uns in vielen Sorten und meistens in ausreichender Menge vorhanden. Für viele Menschen in unterentwickelten Ländern ist das Brot aber ein "Überlebensmittel" und nur sehr schwer bis überhaupt nicht leistbar. Wir haben die Möglichkeit, unser Brot mit denen zu teilen, die keinen Zugang zu diesem wichtigen "Überlebensmittel" haben. Vor kurzem haben wir im Lesachtal (das Tal der Wassermühlen und des Brotes) den Verein "Brot fürs Leben" gegründet und haben uns zum Ziel gesetzt, Hilfestellung zur Beseitigung, Linderung und Verhinderung von Hungersnot, Unterstützung zur Selbsthilfe für Getreide-, Brot und sonstige Lebensmittelerzeugung sowie Unterstützung bei schulischen und beruflichen Ausbildungsmaßnahmen zu leisten. 40.000 Euro überreichte der Obmann von "Brot fürs Leben" Werner Lexer an Almaz Böhm von "Menschen für Menschen" beim Lesachtaler Dorf- und Brotfest für ein Schulprojekt in Äthiopien. Als Draufgabe gab es die Uraufführung für das Lied "Menschen für Menschen" vom Jugendchor Liesing/Lesachtal und der Band 3L. Text und Melodie zu diesem Lied stammen von Manfred Tisal und Manfred Obernosterer.
Lesachtaler Brotherstellung “Immaterielles Kulturerbe der UNESCO” Erstmals hat die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) nicht nur Häuser und Stadtanlagen schützen, sondern auch Bräuche, Traditionen und überliefertes Wissen. „Nicht Meisterleistungen der Hochkultur, sondern das, was in einer bestimmten Gegend, in einer bestimmten Gruppierung gepflogen wird“, schildert die Präsidentin der österreichischen UNESCO Kommission, „wichtig erscheint auch, dass die Tradition von Generation zu Generation weiter gegeben wird“. Im Mai 2010 wurden erstmals 18 Brauchtümer von der UNESCO auf eine nationale Liste aufgenommen. Lesachtaler Brotherstellung – Das Wissen „vom Korn bis zum Brot“ wurde über Jahrhunderte von Generation zu Generation weiter gegeben. „Einerseits betrifft dies den Getreideanbau und die Gewinnung des Korns (der richtige Zeitpunkt des Säens und Erntens), andererseits das notwendige Wissen zum Bau der Mühlen: welche Standorte eignen sich, welches Holz, zu welchem Zeitpunkt ist dieses zu schlägern“, erzählt die Projektbetreuerin Simone Matouch. Die Tradition geht hin bis zum Zeichnen dreier Kreuze vor dem Anschneiden eines Brotlaibes, über das tägliche Gebet („..unser tägliches Brot gib uns heute…“), dem Stecken eines Palmkreuzchens in den Acker bis hin zum Erntedankfest. Gelebt wird dieses Brauchtum das ganze Jahr hindurch. Beim Mühlenfest im August in Maria Luggau und dem Brotfest in Liesing Anfang September wird den Besuchern die Tradition des Kornmahlens und Brotbackens vorgeführt.
Lesachtaler BROT in TOKIO In Tokio wird Lesachtaler Brot gebacken! “Der Sonne entgegen” „Wir bauten das Backhaus nicht nur wegen des Brotes, denn ohne die traditionelle Lebenskultur hat das Brot wenig Bedeutung“, erklärt Eiko Funada, Ethnologin und Professorin an der Universität Tokio. 1978 kam sie zum ersten Mal ins Lesachtal, seitdem erforscht sie die Lesachtaler Brotkultur. „Im Lesachtal findet man bis heute eine sehr gut erhaltene und lebendige Lebenskultur mit dem Brot, die an anderen Orten nicht mehr zu finden ist – und deshalb wurde genau ein Lesachtaler Backhaus für den Nachbau ausgewählt“, so Funada. Nach vielen Gesprächen mit dem Komitee zum Lesachtaler Dorf- und Brotfest und potenziellen Sponsoren wurde in der Firma Tamanourin AG schließlich ein engagierter Projektträger gefunden. Am Rande eines etwa 300 Hektar großen Waldstückes in Tokio steht nun das original nachgebaute Backhaus, wo Brot auf Lesachtaler Art gebacken und vertrieben wird. Japan – ein Land, in dem vorwiegend Reis angebaut wird. Funada: „Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Brot bei uns völlig unbekannt und galt lange Zeit als Luxus“. Für die bauliche Umsetzung übernahm der Osttiroler Ofenbauer Josef Steinringer. „Wir hatten schon viele Auslandsaufträge, und ich bin sehr gewitzt, aber dieser Auftrag war vor allem aus logistischer und rechtlicher Sicht eine große Herausforderung, die drei Monate Vorbereitung in Anspruch nahm“, so Steinringer. Er freute sich, dass trotzdem alles funktioniert hat. „Rechnungen mussten auf Englisch geschrieben werden, die Besteuerung funktionierte vollkommen anders, jedes Holz, das eingeführt wurde, musste wärmebehandelt sein, und der Strom hatte eine niedrigere Spannung als bei uns, außerdem musste der Ofen erdbebensicher gebaut werden“, berichtet Steinringer von seinen Erfahrungen. Ende April 2008 wurde das Backhaus eröffnet. „Ich freute mich darauf, dass ich als Kulturbotschafterin Kärntens eingeladen wurde und dort ein Stück Lebenswelt, wie ich es von klein auf kenne, weitergeben konnte“, erklärt Josefine Unterguggenberger, eine der drei Brotbäckerinnen die nach Japan reisten. Unterstützt wurden die drei Lesachtaler Bäuerinnen (Elfriede Stabentheiner, Monika Soukup, Josefine Unterguggenberger) vom Osttiroler Bäckermeister Ernst Joast.
BROT - “Teil desLebens” Das ist ein ungewöhnliches Buch über ein allerdings nur scheinbar ganz gewöhnliches Nahrungsmittel – unser tägliches Brot -. Wir kaufen es beim Bäcker oder nehmen es aus dem Supermarktregal. Wir backen es eventuell im heimischen Brotbackautomaten. Es ist immer da, wenn wir es brauchen und wenn wir ehrlich sind, haben wir uns selten oder nie die Frage gestellt, wo es eigentlich herkommt, wo es seinen Ursprung hat. Ausgerechnet eine Japanerin, eine Autorin also aus einem Land, in dem Brot in der Tat kein Hauptnahrungsmittel ist, befasst sich intensiv und wissenschaftlich mit dem Thema. Aber keine Angst: Wissenschaftlich heißt nicht etwa unverständlich oder gar langweilig. Eiko Funada ist Ethnologin. Ethnologen sind Kultur- und Sozialwissenschaftler, häufig auch als Völkerkundler bezeichnet. Geboren in Tokyo, lehrt sie an der Tokai-Universität Japan in der Abteilung für Europäische Zivilisationskunde das Fach Europäische Lebenskultur, besonders Nahrungskultur. Seit 1978 reist sie jährlich nach Kärnten, ins südlichste Bundesland Österreichs, um im Lesachtal eine Feldforschung über Brotkultur durchzuführen. Das Getreide für das Mehl zum Backen im eigenen Holzbackofen stammte vom eigenen Kornacker oder das Mehl wurde gekauft. Sehenswerte Fotos zeigen die Landschaft und deren Menschen. Zeigen, wie sie hart arbeiten und wie fröhlich sie feiern. Und sie illustrieren die Arbeitsgänge bei den verschiedene Rezepten. Das Buch lässt die Leser nahezu sinnlich alle vier Jahreszeiten erleben, stets fest verknüpft mit dem Werden des Brotes, von der Getreideaussaat bis zur Ernte, mit den jahreszeitlich unterschiedlichen Bräuchen und den jeweils unterschiedlichen Rezepten. Wilfried Schabus hat ein umfangreiches Glossar angefügt und das ist für den Leser sehr wertvoll, hilft es doch beim Verständnis. Dass der Hirbischt der Herbst ist, wird ja bereits in einer Kapitelüberschrift deutlich. Bei vielen anderen Begriffen ginge es wohl kaum ohne Übersetzung. Gut ist in unserer Zeit, auch einmal zu lesen, dass Menschen nach wie vor, auch im 21. Jahrhundert, Ehrfurcht haben vor jedem Brot und Gott danken für die wertvolle Mahlzeit. Eiko Funada, Brot – Teil des Lebens, Mit Hausrezepten aus dem Lesachtal, 160 S., mit zahlr. überwiegend farb. Fotos. Buchbestellung bei h.guggenberger@aon.at Preis: 16.00 € + Versandkosten.